SOLID Konferenz 2026
PROGRAMM 5. Internationale SOLID Konferenz
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Keynote: Zwischen Geopolitik, Kapitalmärkten und Konjunktur: Die neuen Rahmenbedingungen für die Bauwirtschaft
Handelskonflikte, fragile Lieferketten, hohe Finanzierungskosten und geopolitische Unsicherheiten verändern die wirtschaftlichen Spielregeln für die Bau- und Immobilienbranche grundlegend. Die Keynote ordnet aktuelle Entwicklungen rund um Konjunktur, Inflation, Zinsen und Kapitalmarkt ein und zeigt, welche Auswirkungen diese Faktoren auf die Bauwirtschaft haben. Zwei bewaffnete Konflikte quasi vor unserer Haustür bringen jede Menge neue Risken, aber eröffnen sich dadurch vielleicht auch Chancen, und zwar gerade für die Bauindustrie?
Kommt 2027 die Trendwende oder ist sie bereits da? Die Lage der Bauwirtschaft im Fakten-Realitätscheck
Die Bauwirtschaft kommt zäher aus der Krise als erhofft. Ein bundesweiter Trend ist nicht zu erkennen. Während bspw. der Wohnbau in Westösterreich deutliche Lebenszeichen zeigt, hinken der Norden und der Süden einer Trendwende hinterher. Was sagen die Prognosemodelle wie es weitergeht? Schafft 2027 den Aufschwung ganz Österreich?
Regulierung vs. (Bau-)Unternehmertum
ESG, EU-Taxonomie und Förderprogramme geben heute zunehmend vor, welche Projekte finanziert werden und welche nicht. Doch braucht die Bauwirtschaft tatsächlich immer neue Anreize und Fördertöpfe – oder vielmehr klare Regeln und stabile Rahmenbedingungen? Stefan Graf beleuchtet die Auswirkungen von Regulierung auf Investitionen und Unternehmensstrategien und zeigt auf, warum Wettbewerbsfähigkeit, Eigenverantwortung und Planungssicherheit langfristig wichtiger sind als neue Fördermodelle.
Vom Laserscan zur Sanierungsgrundlage: Wie das digitale Bestandsmodell des Friedrich-Schmidt-Platz 5 zur lebenden Datendrehscheibe wird
Bestand digitalisieren ist heute technisch lösbar — die eigentliche Frage ist, was nach dem Scan passiert. Am Beispiel des Bestandsgebäudes Friedrich-Schmidt-Platz 5 in Wien zeigen wir den vollständigen Weg vom Laserscan über die Erstellung eines geometrisch und semantisch belastbaren IFC-Bestandsmodells bis zu dessen Nutzung als Grundlage der Sanierungsplanung. Entscheidend ist der zweite Schritt: Statt das Bestandsmodell als statische Abgabedatei zu behandeln, wird es in der Projektplattform insightBIM zur lebenden Datendrehscheibe, an der Mängel, Dokumente, Bauteileigenschaften und Bauprozesse hängen, disziplin- und revisionsübergreifend abfragbar. Der Vortrag verbindet konkrete Projekterfahrung mit einer Live-Demonstration und benennt offen, wo Scan-to-BIM heute noch Handarbeit bleibt.
Cool bleiben mit Beton – Bauteilaktivierung für heiße Sommer
40 Grad und mehr, immer mehr Hitzetage und Tropennächten machen uns das Leben schwer bzw. heiß. Heiße Sommer werden zunehmend zur Belastung für Menschen und Gebäude. Damit rückt neben dem Heizen auch die energieeffiziente Kühlung stärker in den Fokus – insbesondere dort, wo Menschen auf hohe Temperaturen besonders sensibel reagieren.
Thermische Bauteilaktivierung nutzt die Speichermasse des Betons, um genau hier anzusetzen. Bauteile können dadurch nicht nur tragen, sondern auch heizen, kühlen und Energie zwischenspeichern.
Realisierte Projekte zeigen, wie sich Bauteilaktivierung in unterschiedlichen Gebäudetypen einsetzen lässt und wie dabei Energieeffizienz, sommerlicher Komfort und die Nutzung erneuerbarer Energien sinnvoll zusammenspielen.
Podiumsdiskussion
Wrap-up des Vormittags.
Risiken der Digitalisierung im Baubereich - eine versicherungstechnische Betrachtung
- Welche Risiken ergeben sich im Baubereich aus der fortschreitenden Digitalisierung?
- Wo kann es Bauunternehmen, Baunebengewerbe oder auch Planer/Ziviltechniker besonders treffen?
- Abgrenzung zwischen Vertrauensschaden-, Cyber- und D&O-Schäden anhand von Schadenbeispielen?
- Welche (technischen) Maßnahmen sind das Mindesterfordernis, um überhaupt mit einem
- Versicherungsschutz rechnen zu können?
- Unterscheidung Vertrauensschaden-, Cyber und D&O-Versicherung
Die Baustelle der Zukunft braucht Logistik – früh planen, automatisieren, intelligent versorgen
Baulogistik neu gedacht: Die Baustelle der Zukunft beginnt nicht erst mit dem ersten Spatenstich – sondern mit einer frühzeitig durchdachten Baulogistik. Der Vortrag zeigt, warum die rechtzeitige Einbindung der Baulogistikplanung entscheidend ist, um Potenziale zu heben, Abläufe zu optimieren und komplexe Bauprojekte effizient zu steuern. Gleichzeitig richtet er den Blick nach vorn: Automatisierte Checkpoints, digitale Steuerung und Hublogistik eröffnen neue Möglichkeiten für eine intelligente und nachhaltige Baustellenversorgung. Anhand praxisnaher Ansätze wird gezeigt, wie sich Baulogistik vom operativen Unterstützer zum strategischen Erfolgsfaktor moderner Bauprojekte entwickelt.
Vom Brownfield zum Zukunftsstandort: Wertschöpfung durch Weiterentwicklung
Bestehende Areale sind wertvolle Ausgangspunkte für nachhaltige Standortentwicklung. Im Fokus steht, wie Neubau, Bestandserhalt und energetische Transformation zu einem ganzheitlichen Konzept verbunden werden können -mit dem Ziel, vorhandene Ressourcen besser zu nutzen und Zukunftsfähigkeit zu schaffen.
Generalsanierung oder Ersatzneubau
Für die Beurteilung ob eine Generalsanierung oder ein Ersatzneubau sinnvoller braucht es langjährige Erfahrung aus der Praxis. Eine generelle Aussage kann man nicht treffen, da es sehr stark von dem individuell zu betrachtenden Objekt abhängt. Am Anfang steht die Abklärung ob die bestehende Tragstruktur für die neuen geplanten Bedürfnisse bestehen bleiben kann oder wesentliche Änderungen im statischen System vorzunehmen sind. Bestandsanalysen sind dann das A&O und hier sollte im Vorfeld nicht gespart werden!
Letztendlich geht es darum in der Prüfphase mögliche Risikofaktoren abklären zu können um eine wirtschaftliche Rendite festzulegen zu können und mögliche Risiken im Bestand auszuschließen, damit die vorhandenen Budgets bis zur Fertigstellung halten.
Diskussionsrunde: Bauen 2035 - Wirtschaftlichkeit, Wandel, Wirklichkeit
Zukunft Bau:klares Ziel: Wirtschaftliche Realität im Fokus. Bauunternehmen, Investoren und öffentliche Auftraggeber müssen Projekte finanzieren und Risiken kalkulieren. Die Konferenz diskutiert daher offen, wo Revitalisierung wirtschaftlich überzeugt, wo Neubau weiterhin unverzichtbar bleibt – und welche Rolle Digitalisierung dabei spielt, Produktivität und Margen im Bauwesen nachhaltig zu verbessern.– mit einem klaren Ziel: den strategischen Rahmen für das Bauen im kommenden Jahrzehnt zu diskutieren.